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Bohnen Was genau ist zu befürchten nach dem Verzehr von Früchten oder Blättern des Kirschlorbeers und welche Maßnahmen müssen ergriffen werden?

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) enthält zu einem vergleichsweise hohen Anteil toxische, Blausäure-freisetzende Glykoside in Blättern und den Samen. Die Pflanze ist daher auf der offiziellen Giftpflanzenliste des Bundesumweltministeriums verzeichnet (siehe z. B.

http://www.giz-nord.de/php/index.php/liste-giftiger-pflanzenarten.html

auf unserer Website).

Diese Liste enthält ausschließlich Pflanzen, die auch bei Aufnahme geringer Mengen an Pflanzenmaterial mittelschwere (wie Kirschlorbeer) bis schwere Vergiftungen verursachen können. Es wird davor gewarnt, diese Pflanzen an Plätzen anzupflanzen zu lassen, die Kindern als Aufenthalts- und Spielort dienen.

Vergiftungsverdachtsfälle mit Kirschlorbeer werden dem Giftinformationszentrum-Nord sehr häufig berichtet, in der Zeit von 1996 bis August 2009 waren es 14 Fälle mit Hautkontakt (nur leichte Reizungen) und 1983 Fälle nach Verschlucken von Pflanzenteilen (durch Menschen).

  • Unter diesen Fällen fanden sich keine lebensbedrohlichen Vergiftungsfälle.
  • 2 Fälle mit länger anhaltendem Erbrechen und Durchfall waren als mittelschwer eingestuft. In beiden Fällen war unsicher, ob das Verschlucken von Kirschlorbeer tatsächlich die Beschwerden verursacht hatte.
  • In 123 Fällen wurden uns ausschließlich leichte Symptome wie kurzzeitig Bauchschmerz, Übelkeit und Erbrechen mitgeteilt.
  • In allen übrigen Fällen (1858, 94 %) wurden uns keine Beschwerden berichtet.
  • Zusammenfassend betrachtet kann Kirschlorbeer also prinzipiell schwere Vergiftungen verursachen, in der Praxis werden solche Vergiftungen aber nur sehr selten beobachtet.

    Für Kleinkinder sind die Pflanzenteile des Kirschlorbeer offenbar nicht sehr attraktiv (bitter, insbesondere die stark Blausäure-haltigen Blätter und Samen), so dass fast nie größere Mengen aufgenommen werden.

    Maßnahmen nach Verschlucken von Kirschlorbeer-Pflanzenteilen:

    • bei kleinen Mengen (bis 3 Früchte oder 1/2 Blatt): 1 Tasse Flüssigkeit (stilles Wasser, Tee)
    • bei größeren Mengen: ggf. Gabe von Aktivkohlesuspension nach Rücksprache mit einem Giftinformationszentrum oder einer vergiftungserfahrenen Ärztin /einem vergiftungserfahrenen Arzt.