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Vergiftungsrisiko durch Gartenbohnen (04.08./18.09.2011) Drucken

Bohnen Die Bohnensaison 2011 hat begonnen

... und Rohkost ist nach überstandener EHEC-Krise beliebter den je!

Anlässlich eines ungewöhnlich starken Anstieg der diesbezüglichen Anfragen in den letzten Tagen warnt das GIZ Nord vor dem Verzehr roher Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris).

Die Bohnensamen enthalten giftige Phaseoline (Proteine, oft auch als "Phasin" bezeichnet). Der Verzehr von nur wenigen Samen oder Schoten (Hülsen) kann zu Übelkeit, Erbrechen sowie weiteren Magen- und Darmbeschwerden führen. Allerdings scheint nicht jeder mit diesen Symptomen zu reagieren. Das GIZ-Nord rät dennoch dringend von einem Verzehr roher Bohnen ab.

Bis zum 4. August dieses Jahres wurde das GIZ-Nord 23 mal nach dem Verzehr von Bohnen kontaktiert, davon zehnmal in der vergangenen Woche. In zwei Fälle trat Erbrechen auf, das mehrere Stunden anhielt (als mittelschwer eingestufte Vergiftungen). Im Vergleichszeitraum des letzten Jahres wurden dem GIZ-Nord lediglich 9 Fälle gemeldet. Auch im September werden dem GIZ-Nord noch viele Vergiftungen durch Bohnen mitgeteilt.

Gekochte Bohnen sind hingegen bekömmlich.

Experimentelle Untersuchungen an Bohnensamen haben gezeigt, dass die Phaseolus-Lectine in Lösung beim Erhitzen auf 100° C in 20 min zerstört sind (hingegen sind bei 80° C nach 6 Stunden nur 90% der Lectine inaktiviert)1.

Damit die Bohnen eine noch leicht feste Konsistenz bewahren, empfehlen viele Köche für Brechbohnen und die feineren Prinzessbohnen 15 min Kochzeit2.

Für die sehr dünnen, sehr früh geernteten Keniabohnen, bei uns gelegentlich „haricots verts“ genannt, werden 10-15 min Kochzeit als ausreichend angesehen3.

In Zweifelsfällen rufen Sie uns an:

  • 0551-19240

  1. E. Teuscher & U. Lindequist, 2010
  2. P. Bocuse: Die neue Küche, 1982
  3. W. Siebeck: Kochschule für Anspruchsvolle, 1993
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 26. Oktober 2011 um 14:21 Uhr