GIZ-Nord » Warnmeldungen » Neue Regelung für Verkauf von Lampenöl ab 01.12.2010
 

Das Verschlucken von Lampenöl auf Paraffinöl-Basis steht seit Jahren auf der Liste der Vergiftungsrisiken an der Spitze.

Seit Januar 2000 bis Anfang Dezember 2010 wurden dem GIZ-Nord insgesamt 596 Kontaktfälle mit Lampenöl gemeldet. Sechs dieser Fälle wurden als lebensbedrohlich eingestuft, 29 mal wurden die berichteten Symptome als mittelschwer bewertet. Ein Trend zu Verringerung der gemeldeten Fälle oder des Anteils der schweren Vergiftungn ist während der letzten 11 Jahre leider nicht zu erkennen.

Insbesondere Kinder sind gefährdet: In 65 % der dem GIZ berichteten Fälle waren die Betroffenen unter 5 Jahre alt.

Das GIZ-Nord begrüßt daher die Neuregelung des Verkaufs von Lampenöl, das zum 1. Dezember 2010 in Kraft getreten ist sehr. Um Verwechslungen zu Vermeiden dürfen Lampenöle nur noch in schwarzen, undurchsichtigen Flaschen mit maximal einem Liter Inhalt an Endverbraucher verkauft werden.

 

Das Gefährliche beim Verschlucken von Lampenöl ist die Aspirationsgefahr, d. h. ein Verschleppen des Lampenöls in die tiefen Atemwege (Luftröhre, Bronchien): Die Betroffenen "verschlucken" sich aufgrund ihrer besonderen physikalischen Eigenschaft (niedrige Viskosität) sehr leicht am Lampenöl. Ist die Flüssigkeit in die Luftröhre gelangt, so verursacht sie langandauernden Husten, der so heftig sein kann, dass der Betroffene nicht mehr genügend Sauerstoff aufnimmt und sich eine Atemnot mit gräulich-bläuliche Haut-/Gesichtsfarbe entwickelt (Zyanose). Im weiteren Verlauf kommt des dann zu einer Entzündung in den tiefen Atemwegen, die sich in Fieber, Entzündungszeichen in verschiedenen Laboruntersuchungen und meist deutlich verändertem Röntgenbild der Lungen äußert. Oft ist dann eine mehrtägige maschinelle Beatmung nötig.

Wenn Lampenöl verschluckt wurde, ohne dass es zu einem Verschlucken gekommen ist, kann es durch eine Reizung der Magenschleimhaut zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Beim Erbrechen wiederum droht dann neue Aspirationsgefahr.

Nach einem vermuteten oder gesichertem Verschlucken von Lampenöl ohne Symptome sollte

  • ein kleines Glas Wasser getrunken (Spülung von Mund- und Rachenraum) sowie
  • alles vermieden werden, was  Erbrechen fördern könnte (insbesondere Trinken von mehr als einem Glas Wasser oder Aufnahme kohlensäurehaltiger Getränke).

Detaillierte Informationen zur Neuregelung:

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