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porcoezBereits viermal in diesem Jahr wurde der gemeinsame Nachtdienst der Giftnotrufe Göttingen und Erfurt wegen Unfällen mit dem Rost- und Kalkreiniger PORCÖZ konsultiert. In zwei Fällen mussten betroffenen kleinen Mädchen in einer Klinik behandelt werden.

Im ersten Fall im Januar hatte ein zwei Jahre altes Mädchen den Reiniger getrunken. Unmittelbar danach erbrach es blutig, im weiteren Verlauf kam es zu einem erheblichen Blutverlust, so dass eine Transfusion erfolgen musste. Bei der endoskopischen Untersuchung wurde eine schwere Schleimhautschädigung vom Rachen über die Speiseröhre und den Magen bis in den Zwölffingerdarm festgestellt.

Im zweiten Fall hatte ein dreijähriges Mädchen aus Niedersachsen mit der Reiniger-Flasche hantiert und den flüssigen Reiniger über die Hände und die Unterschenkel verschüttet. Es entwickelten sich erst- bzw. zweitgradige Verätzungen.

In den Jahren 2003 bis 2009 war das GIZ-Nord insgesamt 14 mal kontaktiert worden, da Patienten nach Verschlucken von PORCÖZ behandelt werden mussten. Zwei dieser Personen entwickelten ebenfalls schwere Verätzungen des Magen-Darmtrakts. In 7 Fällen wurden dem GIZ-Nord zudem Atemwegsbeschwerden nach Einatmen von Dämpfen des Produktes (darunter zwei Fälle als mittelschwer eingestuft) sowie in einem Fall Hautverfärbungen nach Kontakt berichtet.

Das Ministerium für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg hatte im Jahr 2003 vor dem Produkt gewarnt.

Auch das GIZ-Nord warnt aus beschriebenem aktuellen Anlass noch einmal ausdrücklich vor Gefahren, die von stark ätzenden Produkten im Haushalt ausgehen.

Weitere Angaben zum ersten Fall des Jahres 2010 auf der Website des GGIZ Erfurt...