GIZ-Nord » Vergiftungen durch Pilze » An alle Pilzsammler
 

Die Pilzsaison 2010 hat begonnen! In den vergangenen Jahren wurden dem GIZ-Nord bereits in der ersten Juliwoche gelegentlich schwere Knollenblätterpilzvergiftungen bekannt, in diesem Jahr registierten wir glücklicherwesie bisher (bis Anfang August) nur einen Verdachtsfall.

Mit diesen Hinweisen möchten wir Ihnen zu einem ungetrübten Genuss Ihrer selbst gesammelten Pilze verhelfen.

Bitte beachten Sie grundsätzlich:

  • Sammeln Sie keine Pilze, die Sie nicht ganz genau kennen.
  • Sammeln Sie nie "nach Buch". Auch umfangreiche Bücher geben nur einen kleinen Teil der bei uns wachsenden Pilzarten wieder.
  • Vertrauen Sie nie auf "überlieferte, alte und bewährte Methoden", essbare von giftigen Pilzen zu unterscheiden. Es gibt keine allgemeingültige Regeln über die Essbarkeit oder die Giftigkeit von Pilzen - Verfärbungen an mitgekochten Silberlöffeln oder Zwiebeln sagen nichts über die Genießbarkeit von Pilzen aus. Selbst Fraßspuren von Tieren bedeuten nicht, dass der Pilz auch für Menschen essbar ist. Der für Sie tödlich giftige Grüne Knollenblätterpilz wird von Kaninchen und anderen Tieren durchaus vertragen.
  • Machen Sie sich unbedingt mit den häufigen und besonders giftigen Pilzarten vertraut bevor Sie sammeln:
    • Grüner Knollenblätterpilz (Amanita phalloides) auch als weiße Varietät
    • Kegelhütiger Knollenblätterpilz (Amanita virosa)
    • Orangefuchsiger Rauhkopf oder Löwengelber Schleierling (Cortinarius orellanus)
    • Spitzgebuckelter Rauhkopf (Cortinarius rubellus, C. speciosissimus)
    • Wer das essbare Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis) sammelt, geht das Risiko der Verwechslung mit dem Gifthäubling (Galerina marginata) ein. Dieser Pilz - in manchen Büchern leider noch Nadelholzhäubling genannt - erscheint auch an Laubholz und sieht dem Stockschwämmchen sehr ähnlich. Beide Arten können am gleichen Substrat (Stubben, Äste, Holzschnitzel) durcheinander wachsen.
    • Pantherpilz (Amanita pantherina)
    • Gift- oder Frühjahrslorchel (Gyromitra esculenta)
    • Kahler Krempling (Paxillus involutus)
  • Wenn Sie die Möglichkeit haben, zeigen Sie Ihren Fund jemandem, der sich damit auskennt.
  • Fragen Sie vor dem Sammeln bei der Verbraucherberatung, in der Volkshochschule, im naturkundlichen Museum oder in der Gemeindeverwaltung nach Beratung durch einen Pilzsachverständigen in Ihrer Nähe.
  • Haben Sie auch nur den geringsten Zweifel an ihrer eigenen Bestimmung, essen Sie bitte nichts von Ihrem Fund.
  • Pilze verderben sehr schnell. Sammeln Sie keine alten Pilze.
  • Essen Sie keine rohen Pilze. 15 - 20 Minuten Brat- oder Kochzeit sollten Sie den Pilzen schon gönnen.

 

Bei Verdacht auf Pilzvergiftung:

  • Rufen Sie uns an. Wir sind 24 Stunden am Tag für Sie da: Giftinformationszentrum Nord, Tel. 0551 19240
  • Lassen Sie sich in das nächste Krankenhaus bringen
  • und nehmen Sie Erbrochenes, Putzabfälle und Reste der Mahlzeit mit.
  • Informieren Sie alle an der Mahlzeit beteiligten Personen.


Wir danken Herrn Harry Andersson, Braunschweig, für diese wichtigen Hinweise.

Weitere Informationen zu Pilzen und Pilzvergiftungen