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2. GIZ-Nord - Pilzsachverständigentreffen erfolgreich

Am Samstag , den 16. Juni 2007 fand in Egestorf in der Nordheide das zweite Pilzsachverständigen-Treffen mit insgesamt 22 Teilnehmenden aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordhessen statt.

 

Im Vordergrund des Programms stand der Austausch über schwere Pilzvergiftungsfällen in Norddeutschland in den vergangenen Jahren.

Allein im Jahr 2006 wurde das GIZ-Nord in 382 Vergiftungs- oder Vergiftungsverdachtsfällen mit Pilzen kontaktiert, darunter mindestens 6 lebensbedrohliche Vergiftungen mit Knollenblätterpilz. Weitere schwere Vergiftungen wurden in den vergangenen Jahren durch Kahlen Krempling (Paxillus involutus), Nadelholz-Häubling (Galerina marginata) und Spitzkegeligen Kahlkopf (Psilocybe semilanceatum) verursacht. Am häufigsten von einem Vergiftungsverdacht betroffen waren Kleinkinder.

In etwa 200 Fällen konnte im vergangenen Jahr eine Pilzexpertin oder ein Pilzexperte hinzugezogen werden, um die Art des aufgenommenen Pilzes zu bestimmen und auf diese Weise eine optimale Weiterbehandlung der Betroffenen zu ermöglichen.

Als weitere Thema wurde auf dem Treffen ausführlich die Zusammenarbeit zwischen Giftinformationszentrum, Pilzsachverständigen und behandelnden Ärztinnen und Ärzten diskutiert und Vorschläge zu weiteren Verbesserung erarbeitet.

Insgesamt arbeiten z. Zt. 33 langjährig erfahrene, ehrenamtlich oder nebenberuflich tägige Pilz-Fachleute mit dem GIZ-Nord zusammen. Viele dieser Expertinnen und Experten stehen nicht nur rund um die Uhr für den Notfall bereit, sondern helfen unsicheren Pilzsammlern auch durch Begutachtung ihres Fundes (ohne gute Grundkenntnisse sollte allerdings niemand selbst Pilze zum Verzehr sammeln!).

Manche norddeutsche Gebiete sind z. Zt. mit Pilzsachverständigen noch schlecht versorgt, Pilzmaterial muss daher in manchem Notfall über lange Strecken transportiert werden.

 

Programm des Pilzsachverständigentreffens

1. Elf Jahre Pilzvergiftungen in Norddeutschland - Bericht des GIZ-Nord (Herbert Desel)

2. Ergebnisse der Pilzsachverständigenumfrage Winter 2006/07 (Ulla Jongepier)

3. Wer will was von wem? Rolle der Pilzberater bei Vergiftungen und Vergiftungsverdachtsfällen (Harry Andersson)

4. Vergiftungen mit Galerina marginata und anderen Amatoxin-haltigen Pilzen (Andreas Behrens)

5. Vergiftung mit Lepiota spec. (Karl-W. Rumpf)