GIZ-Nord » Veranstaltungen - ergänzende Dokumente » Masterstudiengang Charité Berlin - Erfahrungsbericht
 

Auf Anregung des Dozenten für die Toxikologie für Chemiker-Vorlesung in Göttingen habe ich diesen Bericht für an der Toxikologie interessierte KollegInnen erstellt: 

Ich habe als BSc Chemie der Universität Göttingen den Masterstudiengang Toxikologie in Berlin belegt und im Allgemeinen sehr gute Erfahrungen gemacht.

Der Studiengang ist gut organisiert. Der Stundenplan ist vor jedem Semester einsehbar und wird im Wesentlichen auch so eingehalten. Die Vorlesungen sind auf drei aufeinander folgenden Tagen aufgeteilt.

Zu jedem Modul gibt es klassische Vorlesungen und dann ein Seminar, in dem Übungsaufgaben gelöst oder weiterführende Themen, meistens in Form von Referaten, besprochen werden.

Die einzelnen Module sind im Modulkatalog auf der Website einsehbar. Die Ausbildung ist sehr breit und deckt viele Gebiete ab. Nachteilig fand ich, dass nicht immer genau abgegrenzt wurde, was von diesem Wissen speziell für die Toxikologie wichtig ist und wie sich dieses von dem Wissen und der Arbeit beispielsweise eines Mediziners unterscheidet. Auch fand ich, dass das Gebiet klinische Toxikologie einen zu geringen Stellenwert hat.

Die Dozenten sind aus verschiedenen Fachrichtungen, aus dem BFR oder auch aus der Industrie. Man hatte den Eindruck, dass sie gerne diese Vorlesung halten und auch bemüht sind ihre Vorlesungen sehr aktuell zu halten. Außerdem standen sie auch für Nachfragen und Hilfen zur Verfügung.

Nachteilig ist die neue Prüfungsordnung, die beinhaltet, dass Vorlesungen die zu einem Modul gehören, zusammen geschrieben werden müssen. Neben der Doppelbelastung beim Lernen fielen dann die einzelnen Prüfungen sehr kurz aus, was besonders bei Multiple-Choice-Klausuren ein großer Nachteil sein kann, da zu einem wirklich umfassenden Thema beispielsweise nur 20 Fragen gestellt wurden.

Um eine Masterarbeit muss man sich selbst bemühen. Ins Intranet werden aber regelmäßig Stellenausschreibungen gestellt und auch viele der Dozenten konnte man sich informieren/bewerben. Die Arbeit kann weltweit geschrieben werden, solange dass Thema einen Toxikologischen Bezug hat.

Mein Fazit ist, dass es ein sehr guter Studiengang ist, wenn man sich nach dem Chemiebachelor mehr in die Richtung Life Sciences und Medizin spezialisieren möchte. Man muss aber als Chemiker feststellen, dass die Biologen einen kleinen Wissensvorsprung haben und man einige Grundlage nachlernen muss. Die Ausbildung ist sehr theoretisch, aber einzelne Praktika geben auch einen Einblick in die Praxis.

Der Studiengang ist sehr klein, maximal 30 Studenten aus unterschiedlichen Fachrichtungen. Die Betreuung durch den Leiter des Studiengangs ist ausgezeichnet.

2015-03-13