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17. August 2011

Giftinformationszentrum-Nord legt Jahresbericht 2010 vor: Mehr als 35.000 Beratungen zu Vergiftungen

Drei Prozent mehr telefonische Anfragen für Giftexperten an der Universitätsmedizin Göttingen. Beteiligung an nationalen und internationalen Projekten verdoppelt.

(umg) Immer wieder werden die Experten des Giftinformationszentrums Nord (GIZ-Nord) an der Universitätsmedizin Göttingen mit seltenen und ungewöhnlichen Vergiftungen konfrontiert. Im Sommer und Herbst des Jahres 2010 stieg die Zahl der Pilzvergiftungen im Beratungsgebiet des GIZ-Nord im Vergleich zum Jahr 2009 um mehr als das Dreifache. Aus dem östlichen Mittelmeer rief ein Kreuzfahrtschiff die Giftexperten wegen einer Verätzung um Hilfe. Jetzt hat das GIZ-Nord seinen fünfzehnten Jahresbericht vorgelegt. Insgesamt 35.871 Anfragen zu Vergiftungen haben die ärztlichen Beraterinnen und Beratern im Jahr 2010 beantwortet. Der 24-Stunden-Service wurde zu 57 Prozent von Bürgerinnen und Bürgern und zu 43 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt. „Der erneute Anstieg der Anfragen auf jetzt über 35.000 zeigt, wie gut das GIZ bei der Bevölkerung sowie bei den Ärztinnen und Ärzten akzeptiert ist“, sagt Dr. Herbert Desel, Leiter des GIZ-Nord.

Der Jahresbericht analysiert detailliert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen. Oft sind es Dinge aus dem täglichen Umfeld, die besonders für Kinder gefährlich werden können. Die größte Vergiftungsgefahr geht für Kinder von chemischen Produkten, Arzneimitteln und Pflanzen aus. Bei Erwachsenen überwiegen klar Vergiftungen mit Arzneimitteln. Auch Pilzvergiftungen können schwere Folgen haben. „Im letzten Jahr hatten wir über dreißig Fälle mit schweren Vergiftungen vor allem durch den Knollenblätterpilz, einige endeten sogar tödlich. Pilzsammler sollten nicht so leichtsinnig sein und sich nur auf ein Buch zur Pilzerkennung verlassen. Viele Bücher bilden nur eine geringe Auswahl der heimischen Pilzsorten ab“, sagt Priv.-Doz. Dr. Andreas Schaper vom GIZ-Nord. 

Die Hauptaufgabe des GIZ-Nord der Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen ist die Beratung im akuten Vergiftungsfall. Mit dem Jahresbericht und der Erstellung detaillierter Spezialanalysen kommt das GIZ-Nord einer seiner zentralen Aufgaben nach: Es berichtet den Überwachungsbehörden und der Fachöffentlichkeit über die aktuelle Vergiftungssituation.

 

 

Link zu den Jahresberichten 2010