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UMG-Presseinformation Nr. 148 vom 26. Oktober 2010

Giftinformationszentrum-Nord legt Jahresbericht 2009 vor: 35.000 Anfragen und Beratungen zu Vergiftungsfällen

Zehn Prozent mehr Anfragen und Beteiligung an vielen nationalen und internationalen Projekten

(umg) Beim Umfüllen von Reinigungsmitteln oder anderen giftigen Substanzen in Saft- oder Wasserflaschen kommt es häufig vor, dass sich vor allem Kinder gefährlich vergiften. Darauf weist das Giftinformationszentrum-Nord der Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen (GIZ-Nord) mit Sitz an der Universitätsmedizin Göttingen in seiner Jahresbilanz für das Jahr 2009 hin. Genau 34.851 Anfragen zu Vergiftungen haben die ärztlichen Beraterinnen und Berater des GIZ Nord im vergangenen Jahr beantwortet. Das sind zehn Prozent mehr als im Jahr 2008. "Der deutliche Anstieg der Anfragen zeigt, dass die Giftinformationsberatung für die Nord-Länder von der Bevölkerung außerordentlich gut angenommen wird und auch von den Ärztinnen und Ärzten akzeptiert ist", sagt Dr. Herbert Desel, Leiter des GIZ-Nord. Der 24-Stunden-Service des Giftinformationszentrums-Nord wurde zu 58 Prozent von Bürgerinnen und Bürgern und zu 42 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt.

Das GIZ Nord analysiert in seinem Jahresbericht detailliert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen. Danach geht für Kinder die größte Vergiftungsgefahr von chemischen Produkten, Arzneimitteln und Pflanzen aus. Bei Erwachsenen überwiegen klar Vergiftungen mit Arzneimitteln. Immer wieder werden die Giftexperten mit seltenen und ungewöhnlichen Vergiftungen konfrontiert, wie beispielsweise Vergiftungen mit exotischen Gifttieren.

Die meisten Vergiftungsfälle passieren jedoch im ganz normalen Alltagsgeschehen. Das Ergebnis einer aktuellen Studie des GIZ-Nord: Das Umfüllen von gefährlichen Produkten wie Chemikalien oder Putzmitteln in Lebensmittelbehälter ist die häufigste Ursache für Vergiftungen. Gerade für Kinder kann das schwere Folgen haben. Wegen der großen Verwechslungsgefahr rät das Giftinformationszentrum-Nord dringend dazu, gefährliche Produkte nicht umzufüllen.

Die Beratung im akuten Vergiftungsfall ist die Hauptaufgabe des GIZ-Nord. Mit dem Jahresbericht und detaillierten Spezialanalysen erfüllt das GIZ-Nord eine seiner zentralen Aufgaben: Das GIZ-Nord berichtet den Überwachungsbehörden und der Fachöffent-lichkeit über die aktuelle Vergiftungssituation.

KOMPETENZ NATIONAL UND INTERNATONAL GEFRAGT
Mit ihrer Kompetenz und Erfahrung waren die GIZ-Nord-Experten im Jahr 2009 zunehmend für weitergehende Aufgaben gefragt. Dazu gehört die gezielte Überwachung von Gesundheitsgefahren durch Giftstoffe. Die Experten des GIZ-Nord sind mittlerweile in eine Vielzahl von nationalen und internationalen Projekten eingebunden. In einem von der Europäischen Kommission geförderten Projekt befassen sie sich mit den Fragen einer Gefahr, die durch einen möglichen Chemikalienangriff mit einem kriminellen oder terroristischen Hintergrund ausgeht. Im Jahr 2009 war das GIZ-Nord Ausrichter einer international besetzten Konferenz zu diesem Thema mit Vertretern aus Frankreich, Großbritannien, Tschechien, Litauen, der Schweiz und den USA.

WISSENSCHAFT INTERESSIERT
Ein weiterer Trend aus dem Jahr 2009: Das wissenschaftliche Interesse an der Erforschung von Fragen zu Vergiftungen steigt. So waren die Experten vom GIZ-Nord im Jahr 2009 doppelt so häufig wie im Jahr zuvor in wissenschaftliche Projekte eingebunden. Zudem war das GIZ-Nord an 27 wissenschaftlichen Publikationen beteiligt. Zahlreiche Einladungen zu Vorträgen zeigen, dass die Expertise der Einrichtung zu Fragen der Vergiftungen auf internationalem Niveau anerkannt ist. 44 Mal berichteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des GIZ-Nord in Kliniken und auf wissenschaftlichen Kongressen über verschiedene Aspekte ihrer Arbeit. Themen-Schwerpunkte waren Drogennotfälle, Vergiftungen durch Giftpilze und durch Haushaltschemikalien, die toxikologische Laboranalytik sowie die Auseinandersetzung mit chemischen Kampfstoffen.

Weitere Informationen, die aktuellen und die bisherigen Jahresberichte und verschiedene Warnmeldungen über aktuelle Vergiftungsgefahren sind über die Internetseite www.giz-nord.de abrufbar.

Die meisten Anfragen erreichen das GIZ-Nord über die Notrufnummer 0551-19240. Vorsorgliche Anfragen können auch per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) gestellt werden.


WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord)
Dr. Martin Ebbecke, Dr. Andreas Schaper,
Dr. Herbert Desel, Leiter des Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord)
Telefon 0551 / 38 31 80
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen



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