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Presseinformation Nr. 136 vom 10. Oktober 2008

Giftinformationszentrum-Nord legt Jahresbericht 2007 vor

Über 32.000 Anfragen und Beteiligung an vielen nationalen und internationalen Projekten.

(umg) Das Giftinformationszentrum-Nord der Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen (GIZ-Nord) an der Universitätsmedizin Göttingen hat seinen zwölften Jahresbericht vorgelegt. Im Jahr 2007 wurden von den ärztlichen Beraterinnen und Beratern 32.039 Anfragen zu Vergiftungen beantwortet. "Die Steigerung der Anfragen um sechs Prozent dokumentiert die weiterhin exzellente Akzeptanz der Institution bei der Bevölkerung und den Ärzten und unterstreicht seine Notwendigkeit", sagt Dr. Herbert Desel, Leiter des GIZ-Nord.

 

Der Jahresbericht für das Jahr 2007 nennt detailliert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen. Die größte Vergiftungsgefahr besteht für Kinder durch chemische Produkte, Arzneimittel und Pflanzen. Bei Erwachsenen überwiegen Vergiftungen mit Arzneimitteln.

Der kostenlose Service des Giftinformationszentrums-Nord wurde zu 56 Prozent von Bürgerinnen und Bürgern und zu 44 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt. Während knapp 85 Prozent der Anfragen aus dem Bereich der vier Trägerländer des GIZ-Nord kamen, erreichten die Institution auch Anfragen aus anderen Teilen Deutschlands und in 2,3 Prozent aus dem Ausland. Darunter waren im Jahr 2007 unter anderem Anfragen aus China, Simbabwe und Grönland.

Neben der Kernkompetenz des GIZ-Nord – der Beratung im akuten Vergiftungsfall – spielte auch im Jahr 2007 die gezielte Überwachung von Gesundheitsgefahren durch Giftstoffe, die Toxikovigilanz, eine herausragende Rolle in der Tätigkeit der Institution. In einer Vielzahl nationaler und internationaler Projekte stellt sich das GIZ-Nord dieser Herausforderung: Bei Haushaltschemikalien werden die genauen Vergiftungsumstände analysiert.

International begegnet das GIZ-Nord in einem von der Europäischen Kommission geförderten Projekt der Gefahr einer Chemikalienausbringung vor kriminellem oder terroristischem Hintergrund. Im Rahmen der internationalen Harmonisierung von Gefahrensymbolen wurde das GIZ-Nord zudem eingeladen, vor dem Europäischen Parlament in Brüssel die Sichtweise der europäischen Giftinformationszentren darzustellen.

Der Jahresbericht 2007 dokumentiert die über die Beratung in Vergiftungsfällen hinausgehenden Aktivitäten: Die Anzahl der Publikationen aus dem GIZ-Nord stieg von 14 im Jahre 2006 auf 20 für das Jahr 2007. Insgesamt 47 Mal berichteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Einladung in auswärtigen Kliniken und auf  wissenschaftlichen Kongressen über verschiedene Aspekte ihrer Arbeit (im Vorjahr 2006: 34 Mal).

Mit dem Jahresbericht und einer Vielzahl von Vorträgen kam das GIZ-Nord seinen zentralen Aufgaben nach, den Überwachungsbehörden und der Fachöffentlichkeit über die aktuelle Vergiftungssituation zu berichten.

Weitere Informationen, die aktuellen und die bisherigen Jahresberichte sowie verschiedene Warnmeldungen über aktuelle Vergiftungsgefahren sind über www.giz-nord.de abrufbar.

Die meisten Anfragen erreichen das GIZ-Nord über die Notrufnummer 0551-19240. Vorsorgliche Anfragen können auch per E-Mail an das GIZ-Nord übermittelt werden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! .

 

WEITERE INFORMATIONEN:
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord)
Dr. Herbert Desel, Leiter des GIZ-Nord
Dr. Martin Ebbecke, Dr. Andreas Schaper, Telefon 0551 / 38 31 80
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen