GIZ-Nord » Pressemitteilungen » Pressemitteilung "Gefahr im Verzug beim Pilzsammeln" (31.08.2007)
 

Presseinformation Nr. 124 vom 31. August 2007

Gefahr im Verzug beim Pilzesammeln: GIZ-Nord informiert

Fortbildungsveranstaltung des GIZ-Nord über Pilzvergiftungen, erste Warnzeichen, die Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Am Mittwoch, 5. September 2007 im Klinikum. Ein Pilzexperte informiert am Frischpilze-Tisch.

(umg) Essbar oder giftig? - Mit der Antwort auf diese Frage entscheiden sich leider viele leidenschaftliche Pilzsammler falsch. Sie essen giftige Pilze, die sie selbst gefunden haben. Auch erfahrene Pilzsammler verwechseln giftige Pilze mit essbaren Pilzen, wenn sie die Pilze vor Ort nicht gut genug kennen. Die Folgen der Pilz-Sammelleidenschaft dokumentiert das Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord) mit Sitz an der Universitätsmedizin Göttingen alljährlich: Bei guter "Pilzwitterung" sind es bis zu 500 Menschen, allein in Norddeutschland, die sich beim GIZ-Nord Rat holen, weil sie giftige Pilze gegessen haben.

Mit einer Fortbildungsveranstaltung informiert jetzt das GIZ-Nord Ärzte, Pflegepersonal und interessierte Pilzsammler über Pilzvergiftungen. Begehrte Speisepilze und deren giftige "Doppelgänger" sind ein Thema der Informationsveranstaltung des GIZ-Nord. Experten referieren außerdem über typische Vergiftungssymptome und schildern die Verläufe. Sie erläutern die labordiagnostischen Verfahren und berichten über die Behandlungsmöglichkeiten. Der Pilzsachverständige Harry Anderson berät und informiert am Tisch mit Frischpilzen. Zu der Veranstaltung über Pilzvergiftungen am Mittwoch, 5. September 2007, im Universitätsklinikum, Hörsaal 04, sind Ärzte und interessierte Laien eingeladen.
Die Fortbildungsveranstaltung ist mit zwei Punkten der Ärztekammer Niedersachsen zertifiziert.

Fortbildungsveranstaltung des GIZ-Nord

"Pilzvergiftungen - Symptome, Diagnose und Behandlung"
Für interessierte Pilzsammler und Ärzte

Mittwoch, 5. September 2007
16:00 bis 18:00 Uhr
Universitätsklinikum, Robert-Koch-Straße 40
Hörsaal 04

Oft sind Verwechslungen der Grund für Vergiftungen. Ein giftiger Pilz wird für einen essbaren Pilz gehalten. Der grüne Knollenblätterpilz ist ein solcher gefährlicher Kandidat. Er ist sehr giftig. Der Pilz wird selbst von versierten Sammlern für etwas gehalten, was er nicht ist. Mit Merkblättern - auch in russischer Sprache - weist das GIZ-Nord auf die Gefahr hin.

Nicht selten nehmen Vergiftungen durch Pilze einen schweren Verlauf. In diesen Fällen ist es wichtig, möglichst schnell den Pilz zu bestimmen und die Behandlung einzuleiten. Das GIZ-Nord rät: Patienten mit Vergiftungszeichen oder einem Vergiftungsverdacht sollten sich frühzeitig beim GIZ-Nord oder direkt in der Klinik melden.

Das Giftinformationszentrum-Nord arbeitet im Rahmen des "Pharmakologisch-toxikologischen Servicezentrums" (PTS) eng mit dem Klinisch-toxikologischen Labor zusammen. Das Labor führt für medizinisches Fachpersonal die Bestimmung von Amanitin, dem Giftstoff des grünen Knollenblätterpilzes, durch. Bei Vergiftungsfällen vermittelt das GIZ-Nord an regionale Pilzsachverständige der Deutschen Gesellschaft für Mykologie. Für deren Arbeit ist es besonders wichtig, Pilzreste und Erbrochenes für die Untersuchungen mitzubringen.

Die Internetseite des GIZ-Nord: www.giz-nord.de

WEITERE INFOMATIONEN:
Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-NORD)
Dr. Herbert Desel, Telefon: 0551 / 38 31 80 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Dr. Dieter Müller, Telefon: 0551 / 39-2032, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!