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Giftinformationszentrum-Nord legt Jahresbericht 2005 vor

Presseinformation 131 v. 13.09.2006

Über 30.500 Anfragen vom GIZ-Nord beantwortet – wieder Steigerung gegenüber Vorjahr

(ukg) Das Giftinformationszentrum-Nord der Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen (GIZ-Nord) am Bereich Humanmedizin der Universität Göttingen hat seinen zehnten Jahresbericht vorgelegt. Im Jahr 2005 wurden 30.554 Anfragen zu Vergiftungen von den ärztlichen Beraterinnen und Beratern beantwortet. „Diese hohe Zahl an Anfragen ist für uns ein Zeichen, dass eine Einrichtung wie das Giftinformationszentrum-Nord von der Bevölkerung und den Ärzten gebraucht und gut angenommen wird“, sagt Dr. Herbert Desel, Leiter des GIZ-Nord.

Der Jahresbericht nennt detailliert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppe der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen. Die größte Vergiftungsgefahr besteht für Kinder durch chemische Produkte, Arzneimittel und Pflanzen. Bei Erwachsenen überwiegen klar Vergiftungen mit Arzneimitteln. Der kostenlose Service des Giftinformationszentrums-Nord wurde zu 55 Prozent von Bürgerinnen und Bürgern und zu 45 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt.

Etwa 28.000 Personen waren von einer Vergiftung oder einem Vergiftungsverdacht betroffen. Davon waren zirka 1.700 Patientinnen und Patienten mittelschwer oder schwer vergiftet, 46 verstarben (vorwiegend nach Aufnahme von Arzneimitteln). Fast 97 Prozent aller Vergiftungen passierten im Haushalt oder in der häuslichen Umgebung.

In 169 Fällen wurde das GIZ-Nord zu Vergiftungsverdachtsfällen und besonderen Gefahren während der Schwangerschaft und Stillzeit befragt.

Besonders häufig wurde das GIZ-Nord in den Sommermonaten angerufen: Mit durchschnittlich 102 Anfragen pro Tag lag das Maximum im September. Dies ist auf den Höhepunkt der Pilzsaison in diesem Monat zurückzuführen. „Im Jahr 2005 gab es überdurchschnittlich viele Pilze. Wir hatten deshalb mehr Pilzvergiftungen als im Vorjahr“, sagt Desel.

Die meisten Anfragen aus dem Zuständigkeitsbereich kamen aus dem Bundesland Niedersachsen (46 Prozent), gefolgt von Schleswig-Holstein (15 Prozent), Hamburg (12 Prozent) und Bremen (5 Prozent). Aber auch aus anderen Bundesländern und dem Ausland erreichten zahlreiche Anfragen das Giftinformationszentrum-Nord am Universitätsklinikum Göttingen.

Der Jahresbericht dokumentiert zudem die über die Beratung in Vergiftungsfällen hinausgehenden Aktivitäten des GIZ-Nord: Insgesamt 27 Mal berichteten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Einladung in auswärtigen Kliniken und auf wissenschaftlichen Kongressen über verschiedene Aspekte ihrer Arbeit.

Mit dem Jahresbericht und einer Vielzahl von Vorträgen kam das GIZ-Nord seinen zentralen Aufgaben nach, den Überwachungsbehörden und der Fachöffentlichkeit über die aktuelle Vergiftungssituation zu berichten.

Weitere Informationen, die aktuellen und die bisherigen Jahresberichte und verschiedene Warnmeldungen über aktuelle Vergiftungsgefahren sind über die Internetseite www.giz-nord.de abrufbar.

Die meisten Anfragen erreichen das GIZ-Nord über die Notrufnummer 0551-19240. Prophylaktische Anfragen können auch per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) übermittelt werden.

Weitere Informationen:

Bereich Humanmedizin – Universität Göttingen
Dr. Herbert Desel
Leiter des Giftinformationszentrum-Nord (GIZ-Nord)
Robert-Koch-Str. 40
37075 Göttingen
Tel.: 0551 / 38 31 80

-> direkt zum GIZ-Nord-Jahresbericht 2005