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Goldregenfrüchte sind keine Erbsen!

(8.7.2011) In den letzten Tagen häufen sich die Anfragen nach Verschlucken von frischen Goldregensamen.

"Ich habe Erbsen gegessen!" lautete mehrfach die stolze Mitteilung von kleinen Kindern, die - ganz häufig gemeinsam mit Freunden - Goldregensträucher abgeerntet und die Früchte, manchmal auch die ganzen Schoten, verspeist hatten.

Im Gegensatz zu Gemüseerbsen gehört der Goldregen (Laburnum anagyroides) zu den stark giftigen heimischen Pflanzen. Die gesamte Pflanze enthält Giftstoffe (Alkaloide), die in den einzelnen Pflanzenteilen unterschiedlich hoch konzentriert vorliegen. In den reifen Samen finden sich die höchsten Konzentrationen, so daß bereits eine geringe Anzahl der erbsen- bzw. bohnenähnlichen Früchte zu erheblichen Vergiftungserscheinungen führen kann. Im Vordergrund stehen Übelkeit und Erbrechen, so dass häufig ein Großteil der verzehrten Früchte den Körper wieder verlassen, bevor die Giftstoffe im Darm resorbiert und schwere Störungen des Herz-/Kreislaufsystems und des Zentralnervensystems auslösen können.

Die Intensität der Symptome schwankt je nach Giftmenge zwischen Schwächegefühl bis hin zu Sehstörungen, Halluzinationen und Krampfanfällen. In der älteren Literatur sind Todesfälle beschrieben. Im Regelfall läßt sich anfangs die Schwere der Vergiftung nicht sicher einschätzen, weil die Kinder keine verläßlichen Angaben über die Größe ihrer Mahlzeit machen können und die Konzentration der Giftstoffe vom Standort der Pflanze und dem Reifegrad der Früchte abhängt. Es wird empfohlen, nach Aufnahme von mehr als drei Goldregensamen oder einer unklaren Menge möglichst rasch eine Giftinformationszentrale anzurufen (z.B. GIZ-Nord: 0551 - 19240) oder direkt einen Arzt bzw. eine Kinderklinik aufzusuchen. Die Anfragen zu Goldregenvergiftungen haben in diesem Jahr im Giftinformationszentrum-Nord deutlich zugenommen. Eine bessere Aufklärung von Kindern und Eltern über die Giftigkeit von einheimischen Pflanzen erscheint dringend geboten.

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