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1. Nennen Sie eine in Mitteleuropa vorkommende Giftschlange. Wie soll man sich nach einem Giftschlangenbiss verhalten?

Die wichtigste Giftschlange in Mitteleuropa ist die Kreuzotter (Vipera berus). Nach Biss einer Kreuzotter sollte der betroffene Körperteil (meist Arm oder Bein) möglichst ruhiggestellt werden und eine Klinik aufgesucht werden.

 

2. Welche klinischen Wirkungen sind nach Aufnahme von Scopolamin- oder Hyoscyamin-haltigen Pflanzen (Stechapfel, Tollkirsche, Engelstrompete) zu erwarten?

Typische Zeichen einer Scopolamin-/Hyoscyaminvergiftung sind optische Halluzinationen, Orientierungsstörung, Verwirrtheit, trockene Haut und Schleimhäute, weite Pupillen.

 

3. Wie sollte man sich nach dem Biss einer Giftschlange verhalten? Welche Maßnahmen sollten unbedingt vermieden werden?

Nach dem Biss einer Giftschlange sollte Ruhe bewahrt werden und der betroffene Körperteil (meist Arm oder Bein) ruhiggestellt und die nächste Klinik aufgesucht werden. Zu unterlassen sind Manipulationen an der Bisswunde wie Aussaugen, Auspressen, Einschneiden oder Ähnliches. Ebenfalls sollten Manipulationen am betroffenen Körperteil wie Abbinden ausbleiben.

 

4. Welche Symptome sind typisch für eine Knollenblätterpilzvergiftung. Warum kommen die Patienten in der Regel erst sehr spät zur Behandlung?

Die ersten Symptome einer Knollenblätterpilzvergiftung treten meist erst (6) 8 – 12 Stunden nach Pilzmahlzeit auf. Sie bestehen aus Übelkeit, Erbrechen und Durchfall (Diarrhoe). Durch die lange Latenz wird oft kein Zusammenhang zu den gegessenen Pilzen hergestellt. Diese ersten Krankheitszeichen bessern sich nach weiteren 12 – 24 Stunden. Nach einem symptomfreien Intervall von ca. 2 Tagen kommt es zur Gelbsucht (Ikterus), welches Anzeichen des Leberversagens ist.

 

5. Warum sind rohe Bohnen ungenießbar, wohingegen sie in gekochtem Zustand ein (relativ) bekömmliches Nahrungsmittel darstellen?

Bohnen enthalten das toxische Protein Phasin, das heftige, teils blutige Durchfallerkrankungen auslösen kann. Dieses Eiweiß ist hitzelabil, so dass es durch Kochen zerstört wird.

 

6. Einige giftige Pflanzen enthalten Oxalate. Welche Wirkungen sind zu erwarten wenn Teile dieser Pflanzen aufgenommen werden?

Zum einen sind die in diesen Pflanzen enthaltenen Kalziumoxalatkristalle spitz und scharfkantig, so dass mechanische Schädigungen der Schleimhäute mit Schmerz, Rötung und Schwellung auftreten können. Die in o.g. Pflanzen beinhaltete freie Oxalsäure kann bei Aufnahme großer Mengen in den Nieren auskristallisieren und Nierenschäden verursachen. Freie Oxalsäure wirkt im Körper als Kalziumfänger und kann die Symptome einer Kalziumverarmung wie Gerinnungsstörungen und Muskelschwäche verursachen.

 

7. Beschreiben Sie, welche Rolle Furocumarine in der Toxikologie spielen. Geben Sie ein Beispiel für eine Akutvergiftung, die durch Furocumarine ausgelöst wird.

Furocumarine sind Inhaltsstoffe verschiedener Pflanzen. Von größter toxikologischer Bedeutung ist das Vorkommen in der Herkulesstaude (Riesen-Bärenklau, Heracleum mantegazzianum) und anderen Bärenklau-Arten: nach Hautkontakt mit Bärenklau-Pflanzen"saft" und anschließender UV-Bestrahlung (z.B. durch Sonnenlicht) kommt es zur Bildung hautschädigender Reaktionsprodukte, die eine starke und mehrere Wochen anhaltende entzündliche Lokalreaktion hervorrufen können.