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Umwelttoxikologie

1. Was versteht man unter stochastischer Wirkung in der Toxikologie? Geben Sie ein Beispiel für eine stochastische Wirkung.

Eine stochastische toxische Wirkung tritt nicht sicher, sondern nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ein. Diese Wahrscheinlichkeit steigt in aller Regel mit der aufgenommenen Dosis. Typische stochastische Wirkungen sind die chemisch induzierte Entstehung von bösartigen Tumoren und die Entstehung allergischer Erkrankungen.

2. Welche Substanzen belasten heute typischerweise die Außenluft und wie ist deren Toxizität zu beurteilen?

Die typischen Schadstoffe der Außenluft sind heute Kohlenwasserstoffe (incl. Benzol), ihre Oxidationsprodukte und Stickoxide, vornehmlich aus dem Kraftfahrzeugverkehr. Unter der Wirkung von Sonnenlicht können daraus photochemisch Oxidationsprodukte (z.B. Peroxyacyl-Verbindungen und Ozon) entstehen. Die Stickoxide, die photochemischen Reaktionsprodukte und das Ozon sind als Lungenreizstoffe vom verzögerte Typ (Reizung der tiefen Atemwege) einzustufen. Insbesondere Personen mit Atemwegs-Vorerkrankungen können unter dieser zusätzlichen Belastung leiden.

3. Welcher typischen Belastung unterliegt die Innenraumluft (in Mitteleuropa)? Welche Beschwerden lassen sich gesichert auf diese Belastungen zurückführen?

Die Innenraumluft ist besonders durch eine Vielzahl von organischen Lösemitteln, z.T. auch durch Holzschutzmittelwirkstoffe, belastet. Aus Klebstoffen wird mitunter Formaldehyd freigesetzt. Häufigstes Symptom einer toxischen Belastung mit Innenraumschadstoffen ist eine Reizung der Schleimhaut der Atemwege (Nase, Rachen, Kehlkopf, Bronchien). Als Folge- oder Begleiterscheinung können an sich leichte, aber bei Dauerbelastung psychisch sehr stark belastende, Beschwerden in anderen Organen auftreten, wie z.B. Kopfschmerzen oder Verdauungsstörungen.

4.Welche Rolle spielt Ozon in der umweltmedizinischen Diskussion?

Ozon entsteht im Rahmen von Photoreaktionen aus flüchtigen Kohlenwasserstoffen und Stickoxiden, reizt die tiefen Atemwege und führt zur Verstärkung obstruktiver Atemwegserkrankungen.

5. Definieren Sie den Begriff "Biomonitoring".

Als Biomonitoring bezeichnet man die analytische (quantitative ) Bestimmung von Fremdstoffen oder ihren Metaboliten in Körperflüssigkeiten, insbesondere Blut oder Urin , nach bekannter oder vermuteter Stoffexposition in der Gewerbe- und Umwelttoxikologie. Neben diesem Belastungs-Biomonitoring konnte in der jüngsten Zeit für ausgewählte Stoffe ein Effekt-Biomonitoring etabliert werden, bei dem biochemische Veränderungen, die durch eine Exposition verursacht werden  (z. B. Protein- oder DNA-Addukte durch alkylierend wirkende Stoffe), gemessen werden.

 

Gewerbetoxikologie

1. Nennen Sie vier durch chronische Exposition gegenüber chemischen Stoffen verursachte Berufskrankheiten und die verursachenden Stoffe.

Silikose verursacht durch Quarzstaub, Asbestose durch Asbeststaub, Pleuramesotheliom durch Asbeststaub, Kontaktallergie durch Kühlschmierstoff-Inhaltsstoffe, Enzephalopathie und Polyneuropathie durch organische Lösemittel (sog. Malerkrankheit).

(*) Hinweis zu typischen oder bemerkenswerten Falschantworten: als Berufskrankheit werden nur irreversible Gesundheitsschäden bezeichnet. Reversible Beschwerden wie z. B. das Metalldampffieber, zählen nicht als Berufskrankheiten.

 

2. Nennen Sie vier durch Exposition gegenüber chemischen Stoffen am Arbeitsplatz verursachte chronische Erkrankungen und die verursachenden Wirkstoffe.

Silikose verursacht durch Quarzstaub, Asbestose durch Asbeststaub, Pleuramesotheliom durch Asbeststaub, Kontaktallergie durch Kühlschmierstoff-Inhaltsstoffe, Enzephalopathie und Polyneuropathie durch organische Lösemittel (sog. Malerkrankheit).

 

Ökotoxikologie

1. Beschreiben Sie den elementarsten Test auf ökotoxische Wirkungen von Chemikalien (Bestimmung der Persistenz).

Untersuchung der biologischen Abbaubarkeit: Inkubation der Substanz mit Belebtschlamm aus einer Kläranlage (ca. einen Monat) und Untersuchung der Abbaukinetik und der Entstehung von Reaktionsprodukten.

2. Was ist der Sinn eines Labortests, bei dem eine zu testende Substanz in den Belebschlamm einer Kläranlage eingebracht wird?

Mit diesem Test wird die biologische Abbaubarkeit der Substanz getestet, die ein wichtiges Maß für die Persistenz der Substanz in der Umwelt darstellt. In ökotoxikologischer Darstellung wird dabei die Wirkung der Substanz auf die Organismengruppe der Destruenten untersucht.